Erste Vorbereitungswoche

In der ersten Vorbereitungswoche sind wir in einer familiären Atmosphäre schnell zu einer engen Gruppe zusammengewachsen, konnten viele neue Eindrücke über Ostafrika und uns selbst sammeln. Vielleicht etwas auf Kosten des Schlafs. Am letzten Abend haben wir z.B. bis tief in die Nacht mit einigen Ostafrikanern, die gerade einen Freiwilligendienst in Deutschland leisten, am Lagerfeuer gesessen. Die sechs „Südfreiwilligen“ aus Kenia, Ruanda, Uganda und Tansania bringen ganz unterschiedliche Erfahrungsschätze mit, mit denen derzeit Deutschland durch ihre Arbeit z.B. mit Behinderten, in einer Jugendherberge oder mit erneuerbaren Energien und Permakulturen bereichern.

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Es war sehr interessant sich mit ihnen über alles Mögliche zu unterhalten – vom Fahrradfahren in Berlin über die Anstrengungen ihrer Regierungen gegen Ungleichheiten zwischen Stadt und Land bis hin zum Vermissen des Lebenspartners, Gründen neuer Freundschaften und dem Einfluss des meteorologisch ungleichmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus in Deutschland auf die Gemütslage. Erwähnenswert auch ihre Erheiterung über unsere Sorgen wegen Malaria zu erleben, da Malaria doch „just part of life“ sei.

Ansonsten standen beispielsweise ein Afrika-Quiz, Tropenkrankheiten, die Auffrischung unserer Erste-Hilfe-Kenntnisse, Gruppenarbeiten zur Rolle der Frau, der Situation von Nicht-Heterosexuellen, Musik und anderer gesellschaftlicher Themen auf dem Programm. An jedem Tag war eine andere Gruppe für die (ausschließlich vegane und vegetarische) Verkostung zuständig. Leider haben wir dabei bisher nicht einen der effizienten Lehmöfen oder einem der mit Parabolspiegeln beheiztem Herde benutzt, die dort auf dem Gelände ausgestellt sind. Hoffentlich kommen die noch beim nächsten Seminar zum Einsatz.

Über mich und das Tegbare-id

Ich (Derian)

ጤና ይስጥልኝ (t’ēnayist’illin), hallo zusammen,

ich bin Derian, schließe bald mein Masterstudium in wirtschaftswissenschaftlicher Informatik ab und habe kürzlich meine Beschäftigung als Werkstudent im Bereich Business Analyse eines großen Bankkonzerns beendet, um  noch einmal ganz neue Horizonte zu erkunden.

Lalibela, Äthiopien, Foto von Thomas Julin

Äthiopien um genauer zu sein: Einem der wirtschaftlich ärmsten, aber sicher nicht nur landschaftlich gesehen auch einem der spannendsten Länder der Erde. 

Mein Einsatzort ist das A.A. Tegbare-id Polytechnical College in der Hauptstadt Addis Abeba.  Das Tegbare-id ist ein Berufsausbildungszentrum, das „Berufsausbildungsgänge in Handwerk und Dienstleistung konzipiert und weiterentwickelt, die Maßstäbe für das ganze Land setzen sollen“. Häufig geht es darum, existierende Lösungen an die äthiopische Wirtschaft anzupassen.

Tegbare-id TVET College

Ich werde dort mit verschiedensten IT-bezogenen Projekten in Berührung kommen. Als mögliche Aufgaben können vom Einrichten neuer Geräte, über die Gestaltung von Wettbewerben und Programmierkursen, bis hin zur Unterstützung in aktuellen Forschungs- und Anwendungs-projekten aus dem College-Alltag in Frage kommen. Wenn ich tatsächlich – wie es heißt – mit allen Bereichen mal irgendwie in Berührung kommen werde, kann ich sicher viel aufnehmen, mich einbringen und mich mit vielen Menschen austauschen, um meiner Austausch-Rolle als weltwärts-Teilnehmer gut zu erfüllen. Ich bin sehr gespannt, was mich dann vor Ort tatsächlich erwartet. Vor allem, welche Persönlichkeiten ich unter den zukünftigen Kollegen, Chefs, Schülern und der ganzen Stadt kennen lernen darf.

Liebe Grüße
Derian

(weltwaerts@derian.de)