Kigali – Das Singapur Afrikas

Als ich aus dem Flugzeug steige, ist das erste was ich wahrnehme der veränderte Geruch in der Luft. Es riecht nach Rauch, als würden irgendwo Müll und andere Dinge brennen. Und ich weiß sofort, ich bin in Ruanda angekommen.

Auf der Fahrt vom Flughafen zu Feli´ Wohnung bin ich nur am Staunen. Im Dunkeln ist alles nicht ganz so gut zu erkennen, doch mir fallen die blühenden Geranien und die vielen Palmen, die die Straße säumen sofort ins Auge. Über sehr gut asphaltierte Straßen fahren wir, entlang von schön bepflanzten Mittelstreifen, in Richtung Innenstadt. An belebten Straßen, wo tagsüber viele Fußgänger unterwegs sind, bremst der Fahrer ab und wir holpern über einen Hubbel, der außen mit blinkenden Lichtern gekennzeichnet ist, damit ihn niemand übersieht.

Es ist der Wahnsinn. Jede Erzählung von Afrika über schlechte Straßen und Infrastruktur kommt mir hier unpassend vor. Ich habe das Gefühl, Europa nicht verlassen zu haben. Ich höre den Gesprächen der anderen nicht mehr so genau zu und lasse meinen Blick über die vielen kleinen weißen Lichter schweifen, die die Hügel säumen. Felix erklärt später, dass es sich dabei um sogenannte Guardlights handelt und dass alle Einwohner Kigalis dazu verpflichtet sind über Nacht eines anzuhaben, um es Dieben und Einbrechern nicht all zu leicht zu machen. Sie säumen die vielen Hügel zwischen denen die Stadt errichtet wurde und funklen wie viele kleine Sterne.

Afrika macht sich dann ganz plötzlich bemerkbar. Wir kommen bei Flelix Wohnung an und müssen ersteinmal eine sehr steilen, rutschigen Weg bis zu seinem Haus erklimmen und das ganze mit Koffern… Jetzt bereue ich zwei viel zu große Koffer mitgebracht zu haben! Mir kommt es viel zu übertrieben vor.

Endlich geschafft! Wir sitzen nun zusammen, nach der Anstrengung, bei einem kühlen Bier und unterhalten uns über Ruanda. Über die Menschen, über Landschaft und Kigali. Plötzlich fällt der Strom aus. Es ist stock finster. Auch das Wasser geht nicht mehr, dabei hatte ich gerade vor mir gerade den Dreck und Schweiß des langen Flugs vom Körper waschen. ´Tja´, sagt Felix mit einem schiefen Grinsen im Gesicht. `Willkommen in Ruanda`.

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